Das Handwerk ist traditionell männlich geprägt und doch wächst die Zahl der Frauen, die ihre Leidenschaft im Handwerk wiederfinden. Immer mehr junge Frauen entdecken die Vielfalt, die Kreativität und die Stabilität handwerklicher Berufe. Eine von ihnen ist Lea Marie, Zimmerergesellin und Miss Handwerk 2024. Mit ihrem beruflichen Weg steht sie bildlich für eine Generation im Umbruch, in der alte Rollenbilder hinterfragt werden und das Handwerk offener, moderner und attraktiver für Frauen gestaltet wird.

Viele junge Frauen wünschen sich einen Beruf, in dem sie etwas mit den eigenen Händen schaffen und am Ende des Tages sehen, was sie geleistet haben. Genau das bietet das Handwerk, doch häufig wird gezögert, weil das veraltete Bild vom männerdominierten Handwerk noch immer vorherrscht.
Nach der IFH Studie (2015) interessieren sich nur etwa 10 % der ausbildungsinteressierten Schülerinnen für technisch gewerbliche Berufe, während es bei den männlichen Schülern schon rund 60 % sind. Dieses Ungleichgewicht zeigt, wie stark die Klischees noch immer wirken.

Um ein authentisches Bild über die Chancen und Herausforderungen von Frauen im Handwerk zu bekommen, haben wir Lea Marie einige Fragen zu ihrem beruflichen Werdegang gestellt. Während ihrer Ausbildung zur Bauzeichnerin lernte sie bei einem Praktikum die Arbeit auf der Baustelle kennen und merkte dabei schnell, wie erfüllend diese Arbeit für sie war. Sie sagt aber selbst: „So richtig im Handwerk angekommen fühle ich mich erst, seitdem ich mich mit meinem Reisegewerbe selbständig gemacht habe.

Frauen im Handwerk Statistik: Wie dramatisch sind die Zahlen?

Balkendiagramm zur prozentualen Beschäftigung im deutschen Handwerk nach Geschlecht

Die prozentuale Beschäftigung im Handwerk nach dem Geschlecht hat sich seit 2013 kaum verändert und ist noch immer sehr ungleich verteilt, denn nur knapp 32,1 % Frauen waren damals im Handwerk beschäftigt. Inzwischen stellen Frauen zwar ein Fünftel der Auszubildenden im Handwerk, aber trotzdem sind nur knapp ein Drittel der Beschäftigten im Handwerk Frauen. 

Allerdings ist der Frauenanteil auf Meisterniveau im Handwerk seit 2013 von 13,3 % auf 17,1 % im Jahr 2023/24 gestiegen (vgl. Kofa, 2025). Besonders deutlich wächst der Frauenanteil in Bereichen wie Malerei, Raumausstattung, Holz und Gesundheitsgewerken. Trotz wachsender Zahlen bleibt der Frauenanteil niedrig. 

Balkendiagramm zur Entwicklung des Frauenanteils auf Meisterniveau

Die IFH Studie zeigt, dass viele junge Frauen zwar Interesse am Handwerk haben, aber seltener eine Ausbildung beginnen als Männer. Hinzu kommt, dass viele Frauen nach der handwerklichen Ausbildung die handwerklichen Berufe wieder verlassen und in anderen Branchen Beschäftigung finden. 

Handwerkliche Berufe für Frauen mit Zukunft

Das Handwerk ist längst kein starres System mehr und wird auch in den kommenden Jahren nach der Statistik zunehmende Berufschancen für Frauen ermöglichen. Unter anderem wird diese Entwicklung stark angetrieben durch die jüngere Generation, die Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Energieeffizienz fordert.
Zukunftsfähige Bereiche sind etwa der ökologische Holzbau, die Gebäudetechnik oder das Innenausbau und Designhandwerk. Auch das Berufsbild der Zimmerin, Anlagenmechanikerin, Malerin und Lackiererin oder Raumausstatterin bietet langfristige Zukunftsperspektiven für Frauen im Handwerk. Zimmerergesellin Lea Marie betont auch, wie viel ihr das Handwerk persönlich ermöglicht: „Das Handwerk bietet so viel und hat mir so viel Selbstbewusstsein beschert, so viele neue Leute habe ich dadurch kennengelernt, und das möchte ich nicht mehr missen. Zwar brauchte ich öfter mal einen langen Atem, aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Vorbilder schaffen für mehr Frauen im Handwerk

Vorbilder wie Lea Marie verändern das Bild des Handwerks. Als Miss Handwerk 2024 repräsentiert sie eine neue Generation von Handwerkerinnen, die online sichtbar sind und eine Vorbildfunktion für junge Frauen darstellen. Diese Sichtbarkeit für Frauen im Handwerk ist entscheidend. Denn nur wenn Frauen in der Öffentlichkeit als selbstverständlicher Teil des Handwerks wahrgenommen werden, trauen sich andere, denselben Weg zu gehen. 

Lea Marie möchte jungen Frauen, die am Handwerksberuf zweifeln, mitgeben: „Ich kann die Zweifel vollkommen verstehen, die hatte ich am Anfang auch, und manche wurden leider auch bestätigt. Das Wichtigste ist aber, dass man Leute hat, die einen unterstützen und sich darüber freuen, dass du da bist und zu dir halten, wenn Leute mal nicht so nett zu dir sind.

Horizont Handwerk

Um den Wandel vom männerdominierten Handwerksberuf zu unterstützen, gibt es bundesweit Projekte und Förderprogramme. Eines davon ist „Horizont Handwerk“, das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden Württemberg gefördert wird.
Das Förderprojekt „Frauen im Handwerk (FiH)“ wurde bereits bis Ende 2026 verlängert und fördert Maßnahmen, die Frauen für handwerkliche Berufe begeistern, Handwerksbetriebe sensibilisieren und dafür sorgen, dass junge Frauen sich im Handwerk willkommen fühlen. Solche Projekte tragen dazu bei, die Rahmenbedingungen zu verbessern, etwa durch Mentoring, Austauschplattformen und gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Sie schaffen die Strukturen, die Frauen benötigen, um im Handwerk langfristig für ein Umdenken zu sorgen und wegzukommen von der Männerdomäne im Handwerk.

Frauen im Handwerk stärken

Frauen sind ein entscheidender Teil der Lösung für den Fachkräftemangel im Handwerk, und wenn mehr Frauen im Handwerk bleiben würden, könnte ein großer Teil des Personalengpasses in Deutschland aufgefangen werden. Laut IFH Studie (2015) wünschen sich Handwerkerinnen vor allem flexible Arbeitszeitmodelle, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gezielte Weiterbildungsangebote. Darüber hinaus braucht es eine offene Unternehmenskultur, die Leistung unabhängig vom Geschlecht anerkennt.

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