Was du jetzt wissen musst, wenn du eine Website betreibst 

Das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist seit dem 28. Juli gültig und gesetzlich verpflichtend. Somit werden Website-Betreiber dazu verpflichtet ihre Websites barrierefrei zu gestalten. Was das genau bedeutet, wen es betrifft und wie du prüfst, ob deine Website bereits alle Kriterien erfüllt, erfährst du in diesem Blogbeitrag. Dafür brauchst du kein Vorwissen oder technischen Kenntnisse. Wir erklären es so, dass es leicht verständlich ist und du direkt loslegen kannst. 

Was bedeutet Barrierefreiheit im Web?

Barrierefrei bedeutet, dass alle Menschen deine Website ohne Einschränkungen nutzen können, egal ob es um die Bedienung der Maus oder die Unterscheidung von Farben geht. Viele Barrieren, die uns gar nicht auffallen, können für andere große Hürden sein. Zum Beispiel wenn ein Nutzer deiner Website mit Screenreadern arbeitet, aber die Voraussetzung zur Nutzung von Screenreadern gar nicht gegeben ist. An der Stelle würdest du den potenziellen Kunden bereits verlieren. Außerdem können auch Barrieren bestehen, wenn der Button für ein Formularfeld keinen klaren Hinweis gibt, wie „Kaufen“ oder „Absenden“, oder Texte schwer lesbar sind, weil die Farben einander zu sehr ähneln. Genau hier greift die Barrierefreiheit und soll dafür sorgen, dass wirklich JEDER, die Möglichkeit hat deine Website zu nutzen.

Für wen gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz?

Das neue Gesetz betrifft viele, aber nicht alle. Barrierefreiheit ist Pflicht für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitenden oder einem Jahresumsatz über zwei Millionen Euro, wenn die Website interaktive Funktionen bietet. 

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du einen Online-Shop betreibst, Terminbuchungen über deine Website anbietest oder Kontaktformulare nutzt. Auch Kundenportale, Angebotsrechner oder Webinare zählen dazu.

Bist du ein kleiner Betrieb mit einer einfachen Website ohne Interaktionsmöglichkeiten, also deine Website eher einer digitalen Visitenkarte entspricht, dann bist du gesetzlich noch nicht verpflichtet. Trotzdem empfehlen wir dir dringend, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn wer eine barrierefreie Website betreibt, wird auch für JEDEN Besucher der Website gewährleisten können, dass dieser die Website ohne Barrieren nutzen kann, somit werden keine potenziellen Kunden verloren durch fehlende Barrierefreiheit auf deiner Website.

Was muss eine barrierefreie Website können? 

Ein zentrales Thema ist die Bedienbarkeit. Eine Website muss vollständig ohne Maus nutzbar sein. Menschen, die nur mit der Tastatur navigieren, müssen sich durch Menüs, Buttons und Formulare bewegen können. Zum Beispiel mit der Tabulatortaste oder der Enter-Taste. Das klingt technisch, ist aber in der Praxis schnell getestet und behoben.

Auch die Gestaltung spielt eine große Rolle. Texte müssen klar lesbar sein, nicht zu klein, mit ausreichendem Kontrast zum Hintergrund und möglichst in einfacher Sprache. Farben sollten nicht das einzige Mittel sein, um Informationen hervorzuheben. Wenn eine Fehlermeldung nur in Rot dargestellt wird, erkennt jemand mit einer Rot-Grün-Schwäche diese womöglich gar nicht. Als barrierefreie Lösung kann hierzu ein kleines Textfeld mit einer Erklärung eingefügt werden. 

Ebenso wichtig ist die Struktur einer Website. Überschriften sind nicht nur für das Auge da, sondern auch für sogenannte Screenreader. Diese Screenreader ermöglichen es blinden oder sehbehinderten Menschen, die Überschriften und dazugehörigen Inhalte chronologisch sinnvoll vorzulesen. Deshalb ist es wichtig, dass du auf deiner Seite nicht einfach optisch große Texte machst, sondern richtige HTML-Überschriften einsetzt, beginnend mit einer einzigen H1 und logisch folgenden H2, H3 usw.

Ein Thema, das oft vergessen wird: Bilder. Nicht jedes Bild braucht eine Beschreibung, aber alle relevanten Bilder, wie etwa Produktfotos oder Infografiken, sollten mit einem „Alt-Text“ versehen sein. Dieser Text beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Das hilft nicht nur den Nutzern, sondern verbessert gleichzeitig auch die Auffindbarkeit deiner Seite in der Google-Bildersuche.

Auch Formulare müssen klar beschriftet sein. Wenn jemand zum Beispiel seinen Namen eingeben soll, muss das Feld eindeutig gekennzeichnet sein. Und wenn etwas fehlt oder falsch eingegeben wurde, sollte das deutlich erkennbar sein. Fehlermeldungen wie „Eingabe ungültig“ reichen nicht aus, denn besser ist eine einfache und klare Erklärung wie „Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein“.

Warum du auch ohne gesetzliche Pflicht auf Barrierefreiheit setzen solltest 

Selbst wenn du nicht gesetzlich verpflichtet bist, barrierefreies Webdesign lohnt sich für dich. Nicht nur, weil du damit allen Menschen den Zugang zu deinen Inhalten ermöglichst und somit keine potenziellen Kunden durch Barrieren verlierst, sondern auch, weil Google deine Website dadurch höher rankt und du somit auf Google selbst leichter auffindbar bist. Das wiederrum verschafft dir einen Vorteil, weil somit mehr potenzielle Kunden deine Website angezeigt bekommen. 

Außerdem sind barrierefreie Seiten klarer strukturiert, haben oft eine bessere Lesbarkeit und niedrigere Absprungraten. Das bedeutet, dass auch Google deine Inhalte besser verstehen und einordnen kann, was wiederum deine Platzierung in den Suchergebnissen verbessert. Besonders auf Mobilgeräten, wo viele Nutzer unterwegs suchen, wirkt sich dieser Vorteil stark aus.

Auch die Ladezeiten deiner Seite profitieren: Wer auf Barrierefreiheit achtet, verzichtet oft auf überflüssige Spielereien und trägt dadurch zu schnellerem Zugriff bei. Das verbessert ebenfalls dein Google-Ranking. Und nicht zuletzt: Eine durchgehend gute Nutzererfahrung durch einfache und intuitive Bedienbarkeit sorgt dafür, dass aus Besuchern Kunden werden. Barrierefreiheit stellt einen echten Qualitätsfaktor dar.

 

Warum ist Barrierefreiheit für deinen Handwerksbetrieb besonders wichtig? 

Als Handwerksbetrieb sprichst du viele Menschen an, oft auch ältere Personen oder Eigentümer, die bestimmte Hilfe bei Reparatur, Sanierung oder Neubau suchen. Genau diese Zielgruppe ist auf eine einfache und barrierefreie Website angewiesen. Wenn jemand deine Leistungen interessant findet, aber am Kontaktformular scheitert oder wichtige Infos nicht lesen kann, verlierst du viele potenzielle Aufträge.

Barrierefreies Webdesign sorgt dafür, dass wirklich JEDER, unabhängig von Alter oder persönlicher Einschränkung, deine Website nutzen kann. Gerade im Handwerk, wo Vertrauen punktet, ist das ein echter Vorteil und eine Chance. Du zeigst damit: Bei dir steht der Mensch im Mittelpunkt. Gleichzeitig verbessert eine barrierefreie Website auch dein Google-Ranking und hilft enorm dabei, dass dein Handwerksbetrieb potenziellen Kunden angezeigt wird. Barrierefreiheit bedeutet also, dass du mehr Reichweite generierst, sich die Kundenerfahrung verbessert und es keine unnötigen Barrieren gibt, die einem Auftrag im Weg stehen.

Wie kannst du anfangen? 

Der erste Schritt ist ganz einfach: Teste deine Website mit einem kostenlosen Tool wie wave.webaim.org. Dort wird dir sofort gezeigt, welche Barrieren vorhanden sind und auch oft, wie du sie beheben kannst. Farben und Kontraste auf deiner Website kannst du über siteimprove.com checken.

Wenn du selbst keine Änderungen machen kannst oder willst, melde dich gerne unverbindlich kostenlos für einen Check-Up deiner Website. Wichtig ist, dass du das Thema jetzt angehst und nicht erst, wenn es zu spät. 

Fazit: Barrierefreiheit Pflicht 2025 und Chance 

Barrierefreiheit ist kein Randthema mehr. Seit Juli 2025 ist für viele Unternehmen Barrierefreiheit gesetzlich verpflichtend und für alle anderen eine große Chance. Sie verbessert nicht nur die Nutzererfahrung und Zugänglichkeit für JEDEN, sondern auch die Sichtbarkeit deiner Website bei Google und stärkt das Vertrauen deiner Kunden.

Wenn du Unterstützung bei der Umsetzung brauchst oder einfach mal jemanden draufschauen lassen willst: Schreib uns gern eine E-Mail oder ruf uns an. Wir helfen dir dabei, deine Website fit für alle zu machen!

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