Du bist gut in deinem Handwerk. Deine Kunden empfehlen dich weiter. Und trotzdem wirst du online kaum gefunden.
Das ist kein Einzelfall. Viele Handwerksbetriebe in OWL haben entweder gar keine Website oder eine, die seit Jahren nicht angefasst wurde. Das Problem: Wer heute einen Handwerker sucht, googelt. Nicht das Telefonbuch, nicht die Zeitung. Google.
Und wer dort nicht auftaucht, bekommt den Auftrag nicht.
Dieser Leitfaden zeigt dir, was eine professionelle Internetpräsenz als Handwerker braucht und wie du Schritt für Schritt dorthin kommst.
Was ist eine Internetpräsenz?
Eine Internetpräsenz ist mehr als eine Website. Sie besteht aus drei Bausteinen, die zusammenwirken:
- Deine Website: Das ist dein digitales Zuhause. Hier landen Interessenten, hier entscheiden sie, ob sie dich anrufen oder weiterklicken.
- Dein Google Business Profil: Das ist dein Eintrag auf Google Maps und in den lokalen Suchergebnissen. Wer „Klempner Bielefeld“ sucht, sieht zuerst diesen Eintrag, nicht deine Website.
- Social Media: Optional, aber sinnvoll. Vor allem Instagram funktioniert gut für Handwerker, die ihre Arbeit zeigen wollen. Kein Muss zum Start, aber ein guter nächster Schritt.
Diese drei Bausteine zusammen machen eine starke Internetpräsenz aus. Wer nur eine Website hat aber kein Google Business Profil, verschenkt lokales Potenzial. Wer nur Social Media betreibt aber keine eigene Website, hat kein stabiles Fundament.

Schritt 1: Die eigene Website
Deine Website ist die einzige Plattform, die dir wirklich gehört. Social-Media-Algorithmen ändern sich, Google Business kann gesperrt werden, deine eigene Domain bleibt.
Was muss auf eine Handwerker-Website?
- Startseite: Wer bist du, was machst du, wo bist du tätig, in drei Sätzen. Dazu ein gutes Foto von dir oder deinem Team und ein klarer Button zum Kontakt.
- Leistungen: Was bietest du an? Klar und konkret. Nicht „Alle Arbeiten rund ums Haus“, sondern „Badezimmersanierung, Rohrreparatur, Heizungsinstallation im Raum Bielefeld und OWL.“
- Referenzen: Echte Fotos deiner Arbeit. Vorher/ Nachher, wenn möglich. Das ist dein stärkstes Verkaufsargument.
- Über uns: Ein kurzes Porträt. Wann gegründet, wie viele Mitarbeiter, was zeichnet dich aus. Menschen kaufen von Menschen, nicht von anonymen Firmen.
- Kontakt: Telefonnummer, E-Mail, WhatsApp-Link. Und eine Karte, wenn Kunden zu dir kommen sollen.
- Impressum & Datenschutz: Pflicht in Deutschland. Ohne das riskierst du eine Abmahnung.
Welches System ist das richtige?
Für die meisten Handwerksbetriebe ist WordPress die beste Wahl. Flexibel, weit verbreitet, SEO-freundlich. Baukastensysteme wie Jimdo oder Wix sind günstiger, haben aber Nachteile bei der Suchmaschinenoptimierung und der Gestaltungsfreiheit.
Wer langfristig denkt, investiert einmal in eine professionelle Lösung, statt jährlich an einem Baukasten zu basteln, der nie ganz das macht, was man will.
Schritt 2: Google Business Profil einrichten
Das Google Business Profil ist kostenlos und einer der wirkungsvollsten Hebel für lokale Sichtbarkeit. Trotzdem haben viele Handwerker entweder keinen Eintrag, oder einen, der seit Jahren nicht aktualisiert wurde.
So richtest du es ein:
- Geh auf business.google.com und melde dich mit deinem Google-Konto an.
- Trag deinen Betriebsnamen, deine Adresse und deine Leistungen ein.
- Wähle die richtige Kategorie, zum Beispiel „Elektriker“, „Malerbetrieb“ oder „Sanitärinstallateur“.
- Lade 5 bis 10 aktuelle Fotos hoch: Außenansicht, Team, abgeschlossene Projekte.
- Füge deine Öffnungszeiten und eine kurze Beschreibung hinzu.
Was danach passiert: Google schickt dir eine Postkarte mit einem Bestätigungscode. Sobald du den eingibst, ist dein Profil aktiv und erscheint in den lokalen Suchergebnissen.
Schritt 3: Sichtbar werden bei Google
Eine Website zu haben und bei Google gefunden zu werden sind zwei verschiedene Dinge.
Damit Google deine Seite in den Suchergebnissen zeigt, muss sie technisch sauber sein, relevante Begriffe enthalten und von anderen Seiten verlinkt werden. Das nennt sich SEO, Suchmaschinenoptimierung.
Die drei wichtigsten SEO-Grundlagen für Handwerker:
Lokale Keywords einbauen. Schreib nicht nur „Sanitärinstallateur“, sondern „Sanitärinstallateur in Bielefeld und der OWL-Region“. Google verknüpft deinen Betrieb so mit der Region, in der du tätig bist.
Schnelle Ladezeiten. Bilder komprimieren, gutes Hosting wählen. Eine Seite, die länger als 3 Sekunden lädt, verliert Besucher und Rankings.
Regelmäßige Inhalte. Wer ab und zu einen kurzen Blogartikel veröffentlicht, zum Beispiel über ein abgeschlossenes Projekt, zeigt Google: Diese Website ist aktiv. Das hilft beim Ranking.
Was kostet eine professionelle Internetpräsenz?
Das hängt stark davon ab, was du brauchst und wen du beauftragst.
Grobe Orientierung:
● Einfache Handwerker-Website (3 bis 5 Seiten): ab ca. 1.500 €
● Professionelle Website mit SEO-Grundlage und Fotoshooting: ab ca. 2.500 €
● Laufende Pflege und SEO-Betreuung: ab ca. 150 €/ Monat
Baukastensysteme sind günstiger im Aufbau, kosten aber monatlich Geld und haben Grenzen. Eine einmalig professionell gebaute WordPress-Seite zahlt sich über Jahre aus.
Ein Beispiel: Ein Dachdeckerbetrieb aus Paderborn hat 2.800 € in eine neue Website investiert. Innerhalb von vier Monaten kamen drei neue Großaufträge über die Website, der ROI war nach dem ersten Auftrag bereits erreicht.
Selbst machen oder Agentur beauftragen?
Ehrliche Antwort: Kommt drauf an.
Wer Zeit hat, technik-affin ist und bereit ist, sich einzuarbeiten, kann mit einem Baukasten eine solide Basis schaffen. Für den Einstieg reicht das.
Wer aber dauerhaft gut gefunden werden will, Wert auf Professionalität legt und seine Zeit lieber ins Handwerk investiert als ins Website bauen, der ist mit einer Agentur besser beraten.
Der Unterschied: Eine selbst gebaute Seite sieht oft nach selbst gebaut aus. Eine professionell gemachte Seite wirkt vom ersten Blick an vertrauenswürdig, und das entscheidet, ob ein Besucher anruft oder weitersurft.

Fazit: Fang an, und fang jetzt an
Eine perfekte Website gibt es nicht. Eine, die online ist und Anfragen bringt, ist besser als eine, die noch in Planung ist.
Der erste Schritt kostet weniger Zeit und Geld, als die meisten denken. Und jeder Monat ohne Internetpräsenz ist ein Monat, in dem Aufträge zur Konkurrenz gehen.
Du willst wissen, was für deinen Betrieb sinnvoll ist?
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